Texte:

Als im Mai 2002 Enzo Cage und Karsten Koch ihre ersten Improvisations-Sessions aufzeichneten, war dies die Geburtsstunde von Testrauschen. Das Münchener Duo hat seitdem einiges an Material auf seiner Webseite veröffentlicht. Am einfachsten beschreibt man Testrauschen als improvisierte elektronische Musik mit der Tendenz zur Klangmalerei. Sphärische Synthesizer verschmelzen mit Fender Rhodes Klängen und melancholischem Vocodergesang zu einer markanten Mischung, die klanglich aus der elektronischen Musik der 70er Jahre schöpft, sich inhaltlich aber alle Freiheiten der jünsten Zeit nimmt.

Dazu Testrauschen: "Wir arbeiten immer nach der gleichen Methode. Wir treffen uns und spielen. Die Vorbereitungen halten wir dabei so gering wie möglich." Der musikalische Background von Enzo und Karsten ähnelt sich sehr. "Wir kamen beide durch Homecomputer wie C64 und Amiga zur Musik. Das war eine grosse Szene. Überall auf der Welt machten die Leute Musik und gaben sie sich gegenseitig weiter. Es war eine tolle Zeit, die uns stark geprägt hat." Während die musikalische Kinderstube von Testrauschen immer weiter in die Vergangenheit rückt, suchen die zwei Ex-Computer-Musiker heute eine Umgebung, in der sie das volle Potential des Spiels mit den Klängen ausschöpfen können.

Ambient-Musik ist für Testrauschen die Vorstellung einer bescheidenen, persönlichen Musik, durch die man sich leichter auf das Wesentliche konzentrieren kann. "Wir denken, dass es hier um eine positive Einstellung geht. Eine Art, Dinge anzugehen, ein Gefühlsmodus, der Ausgeglichenheit anstrebt um darauf bewusst Kontraste aufzubauen. Deshalb versuchen wir, atmosphärisch, ästhetisch und emotional in unserer Musik zu sein." Pläne für Veröffentlichungen ausserhalb ihrer Website haben die zwei Münchner keine. "In erster Linie ist gemeinsame Improvisation ein faszinierender Kommunikationsprozess. Spielen, Aufnehmen, Anhören und dann wieder Spielen. Das ist uns derzeit das wichtigste."

Zu Digital Queen:
"Die ursprüngliche Digital Queen Session war etwa eine halbe Stunde lang. Als wir anfingen zu spielen, stand nur den Text. Alles andere hat sich dann während der Session wie von selbst ergeben. Nachher beim Anhören waren wir total begeistert und beschlossen, das Ganze auf zehn kompakte Minuten zu kürzen. Man kann an einigen Stellen Schnitte hören. Trotzdem ist es ein sehr schönes gefühlsmässiges Statement geworden."

Bilder:

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